Sonntag, 23. November 2014

Gesundheit.


Bevor mir das jemand aus akuten Umständen wünscht, möchte ich etwas tun, damit es nicht so weit kommt.

Kaum ein Thema beschäftigt mich so sehr, wie die Gesundheit. Dabei ist so ziemlich alles, was man irgendwo dazu lesen kann, nichts als kalter Kaffee: Man kennt es. Man weiß es. Aber macht man es? Irgendwie nicht so. Daher hilft es mir, diese für jedermann gültigen Tipps speziell für mich zu formulieren. Mich daran zu erinnern. Und dennoch nicht so streng mit mir selbst zu sein, wenn doch nicht alles so klappt.

Ich differenziere gerne in die rein körperliche und in die seelische Gesundheit und bin überzeugt, dass nur ein Zusammenspiel aus beidem gesund macht. Das bedeutet auch, achtsam mit sich umzugehen. Ab wann allerdings die Achtsamkeit überhand nimmt und man - wie ich es tue - sich in kleinste Impulse reinsteigert, das weiß ich auch nicht.

Da ich meine Konzentration nun nicht ständig auf irgendwelche Krankheiten und Unschönigkeiten richten mag, möchte ich künftig verstärkt meine eigenen Gesundheitsregeln beachten:



  • Viel trinken. Und zwar neben Kaffee und meiner heißgeliebten Cola (oh Sünde!) mehr Tee und Wasser. Ich glaube nämlich, dass ich keine 1,5 l Wasser pro Tag schaffe.
  • Mehr schlafen. Ich bin ja auch blöd. Abends noch mal eben fix unbedingt was fertigstellen und am nächsten Tag tierisch auf'm Schlauch stehen und neben der verminderten Leistungsfähigkeit auch noch für die Umwelt unerträglich zu sein. Oder für sich selbst, weil ja dies & jenes schmerzt oder doof ist. Also, liebe innere Einstellung: abends rechtzeitig ins Bett und zumindest 7,5 Stunden die grauen Zellen mal schlafen legen. Dann läuft der nächste Tag auch bestimmt! 
  • Qualität statt Quantität beim Essen. Mein Auto betanke ich ja auch nicht mit gepanschtem Benzin. Aber mir selbst stopfe ich aus Bequemlichkeit doch gern mal so ein Zucker-Glutamat-Konservierungsstoff-Zeugs hinein. Nun bin ich kein besonders guter Esser, sodass ich das beim nächsten Snack mit etwas Gutem kompensieren könnte. Also: mehr gesund essen - so eben die bekannten "5 am Tag" Portionen an Obst und insbesondere Gemüse. Das schaffe ich hin und wieder ganz gut. Auch oft in Form von Smoothies (z. B. Orangen-Spinat-Smoothie), auch wenn das irgendwie ein Eingeständnis ist, zu faul zum Kauen zu sein. Aber künftig will ich mich nicht mehr für die Billigwurst im Supermarkt bücken, nur weil ich mir die mal fix aufs Weizenbrot klatschen kann und danach satt bin. Nein zur Wurst, ja zu Obst+Gemüse. Und zum Griechischen Joghurt, den ich als Quartalsfresser für mich entdeckt habe.
  • Ein langfristiges Nein zu Zigaretten. Ja herrje, wer hat dieses Teufelskraut denn erfunden? Ist eigentlich egal, denn genügend Willen muss ja gerade eine 'ichhabesolchschrecklicheAngstvorKrankheiten-Gestörte' wie ich haben, um dieses Laster abzulegen. Ja, sehe ich auch so. Praktisch hingegen ist diese psychische Abhängigkeit aber ziemlich schwer abzulegen. Vielleicht bin ich aber auch zu ängstlich, einfach mutig zu sein? Vielleicht genieße ich diese Zigarettenpause aber auch zu sehr? Vielleicht mangelt es mir noch immer an Alternativen, die mir ein gutes Gefühl schaffen? Viele ungeklärte Fragen, aber immerhin schon die Tatsache, mich dahingehend von einigen Gewohnheiten gelöst zu haben - und somit etwas weniger zu rauchen. Jawoll! Und ja - manchmal genieße ich eine Zigarette in vollen Zügen. 
  • Bewegung. Das habe ich auch gefühlte 208944 mal auf''m Blog geschrieben. Krieg ich auch immer mal wieder hin - immer mal ein bisschen anders: Fitnessstudio, Jogging, Bauch- und Po-Übungs-Apps, Latin Dance Workouts etc. Konsequent durch zieh ich nix, dabei hätt' ich allen Grund dazu. Aber im Nachgang jammern, dass man einem ausgenudelten Gummi gleicht und es hier und da schmerzt, ist ja auch einfach. Und so nehme ich mir - abermals - vor zumindest die mir beim Seniorensport (aka Krankengymnastik) schweißtreibenden (!!!) Übungen täglich (!!!) durchzuführen. Denn dafür muss ich mich weder (zwingend) umziehen, noch irgendwo anders hin: ich kann mich auf die Fliesen, den Tisch, die Couch oder ins Bett legen und drauflos machen. Also hier zählen nun eigentlich keine Ausreden mehr: ich kann vom Laptop aus hintenüber fallen und anfangen. Nee, ich kann nicht - ich werde. Frau Physiotherapeutin ist da auch sehr ungnädig mit mir und merkt, wenn ich Zuhause nicht übe. Schon mal einen Anschiss zwischen lauter 60-jährigen bekommen, dass man grob unsportlich ist? Eben.
  • Entspannung. Hach, davor scheue ich mich noch mehr, als vor Bewegung. Weil ich immer noch nicht so recht weiß, was das eigentlich ist und was das soll. Sofern ich mich inmitten von to-do's befinde - vor allem gedanklich - geht's mir besser, als wenn da plötzlich so ein Sonntag kommt, an dem man den Nachmittag im Ruhemodus verbringt. Ich will nicht sagen, dass ich ohne Smartphone und Laptop nix mit mir anzufangen weiß, aber irgendwie doch. Aber zumeist sind es diese Phasen, in denen ich mich an irgendetwas probiere und hin und wieder merke, dass mir das gut tut. Putzen z. B. Das entspannt mich gedanklich total. Kochen und backen auch, aber da ist die Entspannung spätestens mit Anblick der chaotischen Küche wieder zunichte. Laufen entspannt mich auch total. Fernsehen z. B. gar nicht, weil ich Freak mich in alle Leben/Situationen anderer hineindenke und mich das dann irgendwie ziemlich stresst. Unkontrolliertes Tanzen mit Frau Tochter - entspannt auch. Stresst dafür andere. Malen ist auch eine feine Sache, mir fällt nur die Überwindung schwer. Aber ich denke, dass mit dem Tipp "Entspannung" tatsächlich so Sachen wie Yoga, Muskelentspannung oder Autogenes Training gemeint sind. Das braucht entsprechend Zeit und kann nicht so einfach zwischen Tür und Angel gemacht werden. Und irgendwie gebe ich mir dafür keinen Raum. Hier also die Aufgabe an mich: entspann dich!

Welche Regeln ich mir für meine Psyche auferlegen möchte, das gibt's demnächst zu lesen. Denn darüber muss ich nochmal ganz genau nachdenken.


Sonntag, 2. November 2014

Kopfschmerzen

"Es gibt 37 Arten von Kopfschmerzen" - so der Werbeslogan.

Seit der Geburt meiner Tochter gehöre ich zu den Kopfschmerzgeplagten, wenngleich auch nicht - und glücklicherweise - in Form von Migräne. Trotzdem sind sie belastend. Ich als Panikproduzentin kann mich da bestens hineinsteigern. Das ist einer der Gründe, weshalb ich immer eine Packung Schmerzmittel bei mir führe. Und leider greife ich auch viel zu häufig nach dem Medikament, dass erstmal eine angenehme Linderung mit sich bringt. Dabei bin ich eigentlich kein Freund der Chemie-Keule. Nur wann kommt der Kopfschmerz schon mal Zuhause, sodass man sich hinlegen kann? Eher selten. Mich ereilt es gern unterwegs, an Tagen mit einigen to-do's auf der Liste oder aber abends, wenn mein Programm für die Vor-/Nachbereitung des Studiums eigentlich laufen müsste. Dass solch Schmerzpräparate auch Nebenwirkungen haben, dürfte bekannt sein. Hier ist insbesondere P*racetamol in Verruf geraten. Daher nehme ich auch ausschließlich Ib*profen, obwohl auch dessen Nebenwirkungen nicht unschädlich sind. Vor allem sei hier angeführt, dass durch Kopfschmerz-Mittel Kopfschmerzen entstehen können - ein wahrer Teufelskreis.

Gerade gestern, auf meinem Weg in die Heimat, bemerkte ich, dass meine Tablettenpackung im Portemonnaie leer war. Das ungute Gefühl lotste mich zur nächsten Apotheke. Die gute Frau Apothekerin führte eine halbe Anamnese mit mir durch und wies darauf hin, nicht öfter als alle zwei Wochen zu den Tabletten zu greifen. Ups! Ich führe zwar kein Tagebuch, allerdings bin ich mehr als sicher, mind. zweimal wöchentlich zu diesen bösen Pillen zu greifen. Ist ja auch einfach - einmal Schlucken und der Schmerz ist weg. Stattdessen sollte man sich lieber mit sich selbst befassen und die Gründe sowie alternative Methoden durchdenken - mein Anreiz für diesen Beitrag:

Warum ich Kopfschmerzen bekomme:

  • Schlafmangel. Bei wenig Schlaf klopft der Kopf sofort. Aber auch in den Phasen am Tag, wenn ich einem überirdischen Müdigkeitstief erliege, obwohl ich ausreichend geschlafen habe.
  • Wassermangel. Das ist sicherlich selbstredend, da der Kopfschmerz ein typisches Symptom von zu wenig Trinken ist.
  • Hunger. Wenn ich nicht ordentlich esse bzw. Hunger habe, bekomme ich ganz schnell Kopfweh.
  • Gedankliches. Hier kann ich guten Gewissens auf die Phrase des "Kopf zerbrechens" zurückgreifen. Natürlich: gedankliches Aufräumen, Sortieren und Ausmisten im Kopf macht sich auch als Schmerz bemerkbar. Ebenso wie das Stressempfinden allgemein.
  • Schulter-Nacken-Verspannung. DER Hauptgrund meiner Kopfschmerzen. Woher die Verspannungen immer kommen, weiß ich nicht. Aber diese Art von Kopfschmerz ist ein anderer, als der von eben genannten Gründen. 
  • Angestrengte Augen. So ergeht es mir oft, wenn ich aus doofer Eitelkeit die Brille nicht aufsetzen mag. 
  • Kälte, Hitze oder sauerstoffarme Luft. Diese Fälle sind m. E. eher selten, aber durchaus natürlich.
  • Zwei Sekt am Vorabend. Oder mehr. Da ist der Kater bei mir bereits vorprogrammiert. Ein Grund, weshalb ich nicht so gern trinke. 




Statt Schmerztablette könnte helfen (ohne Dr. Google zu befragen):
  • Wasser trinken. Egal, warum der Schmerz auftritt: erstmal eine ordentliche Portion Wasser für den körpereigenen Haushalt. (Ich glaube, weil sich dann die Gefäße weiten - oder so?)
  • Ruhe. Wenn es denn die Möglichkeit gibt: hinlegen, ggf. schlafen. 
  • Spazieren gehen. Das sagt mein Arzt immer. Es sei die wirksamste Linderung des Kopfschmerzes - am besten zwei Stunden durch den Wald spazieren. Das hat bei mir genau einmal funktioniert. Denn wenn ich Kopfweh habe, mag ich keinen Marsch machen.
  • Kaffee mit Zitrone. Höre ich immer wieder, habe es aber noch nie ausprobiert - aus Mangel an Möglichkeiten und der fehlenden Überwindung. Habt ihr Erfahrungen?
  • Pfefferminzöl. Das soll ja helfen, wenn es im Bereich der Schläfen einmassiert. Habe ich auch noch nie probiert.
  • Regelmäßige Bewegung. Das ist keine Akuthilfe, dafür eine dauerhafte Variante. Kann ich kopfnickend bestätigen. Wenn ich meinem Laufprogramm konsequent folge, habe ich kaum Kopfschmerzen. Ich habe auch mal irgendwo gelesen, dass mangelnde körperliche Betätigung zu Kopfschmerzen führt. Die beste Art der Bewegung ist Nordic Walking oder gemäßigtes Joggen. 
  • Entspannungsmethoden. Hilft gegen die Überanstrengung des Kopfes bei wirren Gedanken und auch dem Schulter-Nacken-Bereich.
  • Yoga, Tei Chi oder Pilates. Es gibt Akut-Übungen gegen Kopfschmerz, aber auch wunderbare Übungen gegen diese blöden Verspannungen. Mein Favorit ist dieses Video.
  • Stärkung der Muskaltur. Insbesondere der Nacken-/Schultermuskulatur. Das soll neben gewöhnlichen Übungen am besten mit dem Wackelstab (alias Flexibar) gehen. Z. B. wie hier zu sehen.
  • Wärme. Hilft, wenn der Kopfschmerz von den Verspannungen kommt. Ich lege mir dann - wenn ich kann - eine Wärmflasche oder ein Kirschkernsäckchen in den Nacken. Für unterwegs gibt es auch wärmende Salben (unausprobiert).
  • Gesunde Lebensführung. Das ist ja schön leicht gesagt: gesunde, abwechslungsreiche Ernährung, Versorgung mit nötigen Mineralien, Sport, Entspannung, Schlaf, kein Nikotin, kein Alkohol etc. Teils schwierig in der Umsetzung, aber ja, ich glaube, das hilft wirklich.


Wenn man das hier nun vor Augen hat, gibt es doch tatsächlich viele Gründe, ohne Tablette etwas gegen das Kopfweh zu tun?! Wie ist es bei euch - habt ihr oft Kopfschmerzen? Wisst ihr warum? Und was tut ihr, um die Schmerzen zu lindern?



Freitag, 24. Oktober 2014

Studieren mit Kind?

Ein Kind im Studium bekommen. Perfekt - meinen die einen.
Ein Studium mit Kind abschließen. Schwierig - meinen die anderen.

Meine Tochter war zehn Monate alt, als ich mit dem Studium angefangen habe. Nun war ich nie sonderlich heiß darauf, unbedingt Studium UND Kind zu wuppen. Aber ich wollte sowohl das eine als auch das andere. Nach nun mehr als vier Jahren wage ich eine Bilanz und eine abschließende Meinung:

Selbst in meinem Jahrgang gab es noch Profs, die einem das Kinderkriegen ans Herz legten. "So viel Zeit hat man nie wieder." Der Satz ist mir noch immer in den Ohren. Ist das so? Meine Vorlesungszeiten sind regulär natürlich nicht so lang, wie ein Arbeitstag - richtig. Durchschnittlich bin ich jedoch sieben Stunden unterwegs. Hinzu kommen Vor- und Nachbereitungszeiten, die ich eigentlich (!) aufwenden müsste. Andersherum gibt es auch Tage, an denen ich frei habe - oder mir frei nehme. Aber es gibt auch Samstage, an denen Vorlesungen stattfinden. Oder Horrorvorlesungen, die erst nach 19 Uhr enden. Der große Zeitvorteil ist aber natürlich in den Ferien zu sehen: Rund acht Wochen im Sommer und zwei Wochen im Winter gehören zu den Zeiten, die ich mal arg vermissen werde. Meine Bilanz: Ich habe nie wieder so viel Zeit, wie als Studentin in den Ferien. Ansonsten bevorzuge ich, schätzungsweise, einen geregelten Tagesablauf mit Feierabend, sobald ich Zuhause bin.

Unis werden doch immer familienfreundlicher!
Ach ja? Weil sie einen Wickeltisch hinstellen?! Dahingehend kann ich keine positiven Erfahrungen feststellen. Vorlesungen werden bei uns nur einmalig angeboten, d. h., ich kann mir meinen Stundenplan nicht so legen, dass es mir in meinen Familienalltag (so z. B. in die Kita-Öffnungszeiten) passt. Und wie möchte eine Uni Mütter oder Väter sonst behandeln? Bevorzugen is' nicht - fände ich auch unfair. Die einzige Möglichkeit besteht darin, sich im ganz individuellen Fall vertrauensvoll an den jeweiligen Prof zu wenden. Meine Bilanz: Familienfreundliche Hochschulen klingen vielversprechender als sie sind.

Studium und Kind sind eine Doppelbelastung, oder?
Ich sage vorweg: Ja. Aber ich kenne es auch nicht anders und kann mich nur mit anderen vergleichen. Meine kinderlosen Kommilitonen können sich ihrem Lern- und dem vorgegebenen Vorlesungsrhythmus anpassen. Mittags Schluss? - Erstmal eine Runde auf die Couch, dann ein bisschen Nachbearbeitung und später noch auf 'n Bierchen mit den anderen daten (oder lernen). Vorlesungsbeginn erst mittags? - Sauber! Die Nacht lang werden lassen und schön bis 10 Uhr ausschlafen. Und bei mir so?! Da ist eins wie das andere: Je nach Arbeitsanfall habe ich Glück oder Pech, ob ich ausgeschlafen bin - mein Wecker klingelt jeden Tag zur gleichen Zeit. Mit oder ohne Augenringe muss das Kind in die Kita. Dabei bin ich eher Typ Nachteule: Tagsüber ein kleines Schläfchen und abends/nachts gern produktiv. Auch gern in Bezug auf Bierchen mit Kommilitonen. Aber auch abends erfordert es zumeist meine Person, die das Kind ins Bett verfrachtet und anschließend aufpasst, dass es aus selbigem nicht herausfällt. Und - auch ganz wichtig - die Lernerei geht zusammen mit einem Kleinkind gern mal an die Nerven. Allein schon deshalb, dass man nie wirklich Feierabend hat und Unmengen an Daten im Kopf umherschwirren, die sich unglücklicherweise mit der wohl gerade aktuellen Schuhgröße des Kindes und den wichtigen Freizeitterminen des Kindes vermischen. Von den heißen Prüfungsphasen mal ganz zu schweigen - da bin ich eher Mutter in Funktion als Mutter mit Herz. Es fällt mir oftmals schwer, abzuwägen, ob ich jetzt was für's Studium tue, für mich, ob ich die nächste Bastelanleitung aus dem Netz ziehe oder nach einer dicken Jacke in Gr. 122 in unzähligen Shops suche. Grundsätzlich aber versuche ich, den späten Nachmittag voll und ganz dem Kind - gekoppelt mit notwendigen weiteren Dingen - zu widmen. Am Abend wäge ich dann vorgenanntes ab und mache letztlich alles halbwegs parallel. Meine Bilanz: Ja, es ist eine Doppelbelastung, der zumindest ich nicht zu meiner Zufriedenheit gerecht werde. Außerdem kann ich keine andere Position beurteilen. Es gibt viele Studenten, die neben dem Studium für Ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen - das ist belastend. Das habe ich auch mal versucht - begnüge mich aber nun einfach nur mit BAföG.

Wie is'n das dann mit den Studentenparties?
Tjaaha, ... Schwierig! Ich bin nicht der Typ Student, der das zweimal wöchentlich inkl. Aftershow-Party auf der Toilette braucht. Aber man feiert außerhalb des Studiums wahrscheinlich nie wieder in irgendeiner Location, in der man zumindest 30 % der Leute persönlich kennt. Nie wieder ist das Bier so günstig; die Musik so gut. Nie wieder wird man so häufig in der Woche zu einer Party gehen (können). Ich denke auch nicht, dass ich mich nach dem Studium zu kuriosen Motto-Parties hinreißen lasse. Und nie wieder werden die Tage nach einer Feier so interessant sein, an denen man die neuesten News über Musik-, Liebes- und Alkoholtrunkene austauscht. Daher versuche ich für meine Verhältnisse möglichst viele Feiern mitzunehmen, wenngleich auch beschränkt. Das heißt so viel wie: abends später losfahren, Spaß haben ohne Alkohol und bestmöglichst am Morgen nach Hause zu kommen, sodass das Kind nahtlos zur Kita gebracht werden kann. Nun bin ich keine Anfang zwanzig mehr - dementsprechend ist der Tag dann für mich auch gelaufen. Auch wenn es schöner ginge: Ich bin froh, dass ich diese Möglichkeit habe, die ein oder andere Party mitzunehmen. Meine Bilanz: Mit Kompromissbereitschaft kann eine Muddi-Studentin auch feiern gehen.

Und finanziell haut das hin?
Na ja, das ist immer die verkehrte Frage an einen Studenten. Auch mit Kind. Aber ja: es geht. Ich kenn' es ja eh nicht anders und man passt sich seinen Möglichkeiten an. Vater Staat hilft - außerhalb vom BAföG - hinsichtlich der Kitakosten oder auch Wohngeld aus. Dieser Papier- und Antragskram ist zwar äußerst nervig, aber ich bin für diese zusätzliche Unterstützung sehr dankbar. Wenn es mal eng wird (und auch so) habe ich noch meine Oma, die mich unterstützt. Zudem gibt es die Option, zinsgünstige Studienkredite zu beanspruchen. Ich achte grundsätzlich darauf, was ich für meine Tochter kaufe. Getragene Sachen oder anderweitige Sachen, die ausgedient haben, verkaufe ich wieder. Das hält sich oft ganz gut die Waage. Abstriche macht man m. E. in Sachen Urlaub. Ich will mich zwar nicht beklagen, hätte aber schon große Lust auf Flugreisen und/oder Rucksacktouren. Das funktioniert in meinen Vorstellungen einerseits nicht mit Kind und andererseits fallen dann Kosten für quasi zwei Personen an. Schwer realisierbar. Ebenso Auslandssemester oder Sprachreisen. Meine Bilanz: Ja, es geht. Sofern man die Unterstützung nutzt, die man erhalten kann und sich anpasst.

Was is' das Schönste am Studium mit Kind?
Ganz klar: Die Ferien. Kostbarste Zeit ist das für Mutter & Kind. Und die Flexibilität. Bei krankem Kind muss ich niemandem Rechenschaft ablegen - nur ich muss mich dann organisieren.

Und das Blödeste?
Der fixierte Alltag, der sich nicht an gewollte studentische Gewohnheiten anpassen lässt. Und die Abwägung über den Zeiteinsatz - ich schaffe einfach nicht das Pensum, was manch' anderer schafft. Auch blöd: gedanklich nie Feierabend haben. Und viel blöder: weder dem Kind noch dem Studium dem eigenen Anspruch nach total gerecht zu werden - dieser ständige Kompromiss.

Fazit:
Natürlich sind hier und da Vorteile vorhanden, die ich auch nicht wegdenken mag. Grundsätzlich aber würde ich die Kopplung von Studium und Kind nicht unbedingt empfehlen. Da sollte man sich auch nicht an Sätze wie "Na wenn du dann in den Beruf startest, ist das Kind schon aus dem Gröbsten raus" klammern. Viel mehr Sinn macht es in meinen Augen, bereits die erste Sprosse der Karriereleiter erklommen zu haben, um dann mit höherer Wahrscheinlichkeit in den Genuss der work-life-balance mit Kind in klar abgegrenzter Weise zu kommen. Ich bin selbst gespannt, ob ich meine Ansicht nach Eintritt in das Berufsleben mit Kind revidiere. Wir lesen uns an dieser Stelle in zwei Jahren wieder.






Sonntag, 19. Oktober 2014

Tante Lotti

Im alten Ostpreußen hatte meine Oma schon die eine Freundin: Lotti. Sie gingen zusammen zur Schule, verloren sich im Krieg aus den Augen und fanden sich Jahre später wieder. Sie hielten immer engen Kontakt, sahen sich trotz 300 km Entfernung oft. Bis heute.


Für mich war die Freundin meiner Oma schon immer "Tante Lotti" - eine wunderbar niedliche Frau mit übergroßer Brille in hellbrauner Fassung, einem Hang zu Strickpullovern und Perlenketten und hellbraunem gelockten Haar. Eine Frau, die hellauf begeistert war, was die Supermärkte so zu bieten haben. In ihrem Dorf gab es bis vor kurzer Zeit lediglich eine Art Tante-Emma-Laden, weshalb sie viele Produkte also gar nicht kannte. Ihr Mann verstarb früh, sie selbst ist Mutter von drei Kindern und lebt in einem großen Einfamilienhaus mit eigenem Garten. Sie brachte immer selbst gemachte Marmelade, eingewecktes Kompott oder frisches Obst und Gemüse aus dem Garten mit. Sie spielt zu gern Halma, singt inbrünstig Heimatlieder und summt viertelstündlich Melodien, spielt leidenschaftlich Akkordeon, ist vielseitig in Vereinen aktiv und hält es für die beste Medizin, im Fall der Fälle auf nüchteren Magen einen klaren Schnaps zu trinken. Jedes zweite Wort von ihr ist 'herrlich' oder aber eine Abwandlung davon. Ich bin mir sicher, nie einen positiveren Menschen getroffen zu haben. Auch wenn sie etwas hinterweltlerisch lebt, so ist ihre Lebensfreude endlos ansteckend. Und damit übertreibe ich wahrlich nicht.


Vor knapp einem Jahr wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt. Sie habe das schon lange bemerkt, wollte sich aber keiner Behandlung unterziehen. Ihre Reaktion nach der Diagnose hat mir imponiert - und mich zugleich beängstigt: Das wird schon wieder gut werden. Und wenn nicht... - sie hatte ein tolles Leben. Es wird schon alles richtig so sein.


Sie unterzog sich trotzdem der notwendigen Chemotherapie - und ließ sich nicht kleinkriegen. Es ging ihr gut. Sie freute sich so sehr auf das Ende der Behandlung, sodass sie wieder ihren Garten bewirtschaften konnte. Das ging nur kurze Zeit gut - eine Erkrankung des Magens erforderte eine OP. Seitdem ist diese unglaublich starke Frau in ihrer Lebensfreude getrübt. Körperlich ist sie so geschwächt, dass sie nun aus freien Stücken auf einen Platz im Altersheim wartet. Nunmehr kämpft sie auch mit Wasser in den Beinen. Und ob der Krebs komplett weg ist, weiß irgendwie auch niemand.


Über's Telefon versagt die Kraft ihrer Worte. Sie kann nichts mehr essen. Es schmeckt nichts mehr. Und sie hat überhaupt keine Lust mehr. Sie kann nur noch rumsitzen, hat keinen Elan.



War's das jetzt? Sagt man das nicht immer, dass es mit dieser Einstellung dann bald zuende geht? Meine Oma jedenfalls ist derzeit zutiefst betrübt. Sie wollten sich doch auch nochmal sehen. Ich hoffe, dass hier die Geschichte zu 'Tante Lotti' nicht zuende geht. Und ich weiß auch nicht, was gut ist, aber ich wünsche der mittlerweile 87-jährigen Lotti, dass es ihr gut geht - wie auch immer das ist. Und beiden wünsche ich, dass sie sich nochmal sehen - was allerdings bedeutet, dass ich meine Oma hinfahre. Aber ich, ich möchte die Tante Lotti in lebensfroher Erinnerung behalten. Als Vorbild.


Dienstag, 23. September 2014

Im Himmel.

Kinder sind so wissbegierig. Das ist oft für die Eltern selbst ganz spannend - wenn man dann doch mal dies oder jenes googlen muss - aber teilweise auch recht schwierig. Denn es gibt Themen, da habe ich so meine Schwierigkeiten. Dazu gehört auch das Thema Tod, was meine Tochter seit einiger Zeit und glücklicherweise ohne aktuellen Anlass jedoch sehr interessiert. Da tönen immer wieder die gleichen Fragen:


"Wo im Himmel ist denn mein Uropa?"

"Was macht der denn da?"

"Kann man da auch aufstehen? Fällt man da nicht runter?"

"Und man kann da auch gehen? Und spielen?"

"Wie kommt man denn in den Himmel? Und wie geht das?"

"Kommen nur Omas und Opas in den Himmel?"

"Aber warum gibt es einen Friedhof?"

"Ich mag gar nicht. Dann muss ich ja all' meine Kuscheltiere verlassen."





Ich muss gestehen: Ich weiß auf diese Fragen/Aussagen keine gute Antwort und versuche, sie bestmöglichst zu umgehen. Aber das führt ja zu nichts: sie fragt erneut. Aber was genau erzähle ich ihr da am Besten? Die Wahrheit? Auf kindliche und leicht geschönte Art? Oder bleibt man bei der Himmels-Geschichte, wo es allen richtig gut geht? Wobei ja auch tatsächlich niemand weiß, was "danach" passiert. Und überhaupt: Muss ich ihr das jetzt schon so richtig begreiflich machen? Dr. Google wirft mir dazu einige Buchempfehlungen aus. Hat da jemand von euch vielleicht den ein oder anderen 'erprobten' Buchtipp?