Samstag, 17. Januar 2015

8 Tage später

... und etwas an Selbstreife weiter.

Mein Ohrgeräusch ist noch da. Aber es ist okay. Wenn es nicht schlimmer wird, möchte ich nicht klagen. Ich darf mich nur nicht zu sehr darauf konzentrieren. Und das ist im Allgemeinen eine gute, wenn auch harte, Übung für mich. Einfach mal auf's "Außen" zu achten. Hin und wieder aber habe ich schon Momente, in denen ich mich frage "Bleibt das jetzt immer so?" Das nimmt mir natürlich ein wenig Wohlbefinden, das steht außer Frage. Aber ich weiß, es könnte schlimmer sein und ich weiß auch, dass dies irgendeinen Sinn hat.

Das Kortison lässt meinen eher niedrigen Blutdruck auf ein Normallevel schwappen, sodass ich in Aktionismus verfalle. Stillsitzen ist gerade überhaupt nicht meins - was im Grunde eine wirklich belebende und erfrischende Erfahrung ist. Aber irgendwann am Tag, zumeist gen Abend, erwischt mich eine extreme innere Unruhe. Einerseits macht sie mir Angst, andererseits weiß ich, dass ich was tun muss. Schwer zu beschreiben. Ich will mich dann gern irgendwie entspannen, mental und körperlich, kann aber nicht. Ich kompensiere meinen Adrenalinhaushalt ein wenig, indem ich hoppse ("Jumping Jack"). Atme einige Male danach ganz tief und bewusst in den Bauch und versuche nach einem "Anti-Stress-Tee", meinem Pensum nachzugehen. Klappt nicht so ganz. Muss aber.

Wo wir bei meiner derzeitigen Entscheidung angelangt sind: Ich mache weiter. Ich studiere, so gut ich kann. Ich versuche, meine eigenen Ansprüche - welches allein die Stressmacher sind - zu reduzieren. Ich rede mir einfach ein, dass es schon klappen wird. Und auch mit einem Schnitt von 3,0 wird mir der Master verliehen. Oder auch mit Überschreitung der Regelstudienzeit bekäme ich diesen akademischen Grad. Und wenn mich so oder so dann kein Arbeitgeber will: Dann ist das so.

Nun habe ich zzt. nicht viel Wahl. In knapp einer Woche schreibe ich schon die erste Prüfung. Ich kann mich jetzt nicht ein paar Tage rausnehmen, mal wegfahren oder Ähnliches. Wenn ich das Studium will, wofür ich mich ja nun entschieden habe, dann muss ich etwas tun. So schwer fiel mir die Überwindung allerdings noch nie. Bildlich umschrieben pfeift mein Hirn aus'm letzten Loch, völlig verdreckt mit alten, anhaftenden Resten. Hier müsste mal gekärchert werden. Es fehlt dazu leider derzeit an Strom. Und so wird quasi mühsam Zelle für Zelle und Synapse für Synapse mit der Zahnbürste geputzt. Nicht besonders gründlich, aber so, dass es ausreicht, um neue künftige Altbeläge reinzupusten. Ein wenig chemischen Kleister mit dazu, damit das Neue auch hält. Reindrücken, draufhauen, fertig.

Ich habe mich in den letzten Tagen wirklich wieder viel mit mir selbst beschäftigt und viel reflektiert. Dabei fiel mir auf, dass ich die Antwort bzw. die Ursache für alle körperlichen Reaktionen intuitiv weiß. Dennoch suche ich immer wieder nach alternativen Gründen - denn die Wahrheit, an der man was ändern müsste, tut ja doch irgendwie immer ein wenig weh. Fakt ist, dass es zzt. nicht nur das Studium ist, was mich ein wenig in die Knie zwingt. Aber so ca. 80 % sind es schon. Da nun aber Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde (ganz schlechte Metapher, habe ich immer gehasst und mag ich eigentlich immer noch nicht) widme ich mich erstmal dem Wichtigsten. Und um die nächsten Wochen zu überstehen gibt's für mich: Hirnnahrung in Form von Nüssen, Bananen und Ginkgo (so oder so); Neurexan und jede Menge an Tee. Daneben versuche ich weiterhin, mein Adrenalin zumindest mit dem Jumping Jack zu bekämpfen, Atemtechniken zu lernen und abends im Bett die Progressive Muskelentspannung durchzuführen.

Das bin alles wiedermal typisch ich: In Akutsituationen möglichst viel (Gutes) tun, damit es bei Besserung wieder abebbt. Kein Wunder, dass mein Körper mit Signalen nicht geizt.






Kommentare:

  1. Liebes Flüsterkind!
    Ich bin in Gedanken ganz fest bei dir!!!!
    Genau so, habe ich das letzte Jahr meines Studiums durchgestanden.
    Einfach machen, nicht drüber nachdenken… Es geht vorbei. Und danach fragt keiner nach der Note bzw. wie man es geschafft hat. Ich arbeite nicht in der ursprünglich gewünschten/erhofften Position. Das macht mir aber nichts! Überhaupt nichts. Denn eigentlich, träume ich von weitaus anderen Dingen!
    Du schaffst das! Ich trink nen Tee auf Dich.
    xo Julia

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    1. Ach liebe Julia - danke! :)
      So ein Studium soll man ja auch nicht geschenkt bekommen, aber ... mja. Es sollte machbar sein. Und bestenfalls irgendwie Spaß machen. Ich habe aber nun schon öfter gehört, dass sich die Meisten zum Ende des Studiums nur noch quälen. Hätte ich wirklich nicht erwartet. Wobei es doch verständlich ist.
      Wohin geht die Tendenz deiner Träume? Dein Label weiter verwirklichen? Hat das nicht (für mein Verständnis) noch zumindest etwas mit deinem Studium (so ganz weit entfernt vielleicht?!) zu tun!? Ich jedenfalls werde das verfolgen! ;)
      Stößchen & liebe Grüße!

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    2. Meine Träume haben sich ein bisschen verlagert. Anstatt die Welt zu verändern und Firmen zu neuem Antlitz zu verhelfen, würde ich am liebsten unterrichten. Klingt echt komisch, oder? :) Anderen z.B. diverse Techniken beibringen (beim Basteln) oder eben auch Thematiken zu erklären/aufzuklären, dass würde mir Freude machen. Ich mag den Menschen gerne ein wenig Wissen vermitteln und die Leidenschaft für etwas Neues wecken. Eigentlich bin ich auch ein Macher, der sich derzeit total selbst blockiert. Das schlimmste daran ist jedoch, dass ich es genau weiss und im Moment zu kraftlos bin um mich da raus zu wuchten. Hachja… Träume sind zum Verwirklichen da, oder? ;)
      Liebste Grüße :) Julia

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  2. Hallo,
    ja einfach machen hinterher fragt eh keiner und die Noten, wenn dich ein AG will dann nimmt er dich auch mit ner drei.
    SO jetzt aber noch etwas zu den Ohrgeräuschen. Ich habe diese Warnung damals überhört und sitze nun mit einer fiesen chronischen Krankheit hier.
    Meditation, Qi Gong und Zeit für Dich das ist wichtig und (schulmedizinisch überhaupt nicht relevant) hat mir sehr gut geholften Vitamin D3 und nicht einfach die Standardnmenge sondern hochdosiert. Entweder du googelst selber z.B. das Buch "Gesund in 7 Tagen" oder du mailst mich mal an,
    LG
    Ursula

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    1. Liebe Ursula,
      ich danke dir, auch für das Teilen deiner Erfahrung. Ich werde mich zu Vitamin D3 mal belesen und mir das Buch mal online ansehen.
      Ja, wie du richtig schreibst: es sind Warnsignale. Zum Hinhören und Handeln. Ich hoffe, dir geht es trotzdem einigermaßen gut.
      Liebe Grüße

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  3. Liebes Flüsterkind ich schick dir ganz viel Kraft und Ausdauer! Du schaffst das! Wenn man in so Zeiten drinn steckt glaubt man oft es geht nie vorbei. Tut es aber! :-) und weil du dich mit Power Foot fit machst ein kleiner Tipp von mir... Chia Samen... einfach drauf machen! Auf Salat, Joghurt usw. Steigert die Leistungsfähigkeit und und und. Ein Allroundtalent sozusagen! Kannst ja mal googeln! ;-)

    Lieben Gruss

    Kerstin

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    1. Power FooD natürlich!!! :-D *anshirnklatsch*

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    2. Hihi, du bist gut! :)
      Ich danke dir, liebe Kerstin - auch für den Tipp mit den Chia-Samen. Ist mir nicht ganz neu, bin bislang trotzdem drumherum geschlichen. Morgen werden 'se bestellt, so!
      Sei ganz lieb gegrüßt :)

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Ich freue mich über jedes Wort.